Tanzen fördert die Gesundheit

„Die Energie zum Tanzen ist unerschöpflich“

Spiegel online

Tanzen ist viel älter, als es schriftliche Aufzeichnungen über menschliche Kulturen gibt. Es ist ein Nebenprodukt des aufrechten Gangs früher Hominiden und steckt in unseren Genen. Wahrscheinlich ist es in der Evolution so erfolgreich gewesen, weil es geholfen hat, die kognitiven Funktionen zu verbessern. Vielleicht hat sich die Menschheit nur durch den Tanz so weit entwickelt.

Tanzen ist erst einmal Bewegung – und Bewegung tut uns allen gut. Wir leben in einer Gesellschaft, in der viele Menschen an Übergewicht und Diabetes leiden, weil sie sich zu wenig körperlich betätigen.

Koordination, Rhythmusgefühl, Schnelligkeit, das alles sind Faktoren, die beim Tanzen eine wichtige Rolle spielen. Auch wenn man überhaupt nicht im Sinn hat, mit irgendjemand etwas anzufangen, allein darzustellen, was möglich wäre, was man drauf hat, ist doch ein wesentlicher Aspekt der persönlichen, sozialen und sexuellen Identität – und deshalb wichtig für das Selbstbewusstsein.

Sich zu Musik zu bewegen, sei es nach Tanzschritten oder frei, wirkt entspannend und ist eine Wohltat für die Seele.

Anscheinend ist das Tanzen eine so komplexe Angelegenheit, das Motorik, Aufmerksamkeit, Langzeitgedächtnis und Kurzzeitgedächtnis beansprucht. Es wird weit unterschätzt, wie viel Hirnkapazität das gemeinsame Tanzen in Anspruch nimmt.

In einer aktuellen Studie wird von einer Patientin mit Multipler Sklerose berichtet, die nach einer fünfmonatigen Tanztherapie tatsächlich auf eine von zwei Gehilfen verzichten konnte. Bei Parkinson-Patienten konnte nachgewiesen werden, dass durch angeleitetes Tanzen sehr starke Verbesserung in ihrer Mobilität erreicht werden konnte. Das sind äußerst eindrucksvolle Hinweise auf quasi pharmakologische Wirkungen von Musik und Tanz.

Man geht davon aus, dass der Puls in der Musik die Menschen antreibt, auch wenn die Motorik sonst durch Erkrankungen stark gestört ist. Medikamente und Operationen mögen die physische Ursache eines Problems bekämpfen – sie reichen allein bei weitem nicht aus, um Menschen Wohlbefinden und Lebensqualität zu verschaffen.

Es ist nie zu spät, damit anzufangen.

Jeder kann tanzen!

Gewagte Aussage, nicht? Viele von Euch denken sicherlich: „Das kann ich nicht“ oder „Fürs Tanzen bin ich einfach nicht geboren“. Tatsächlich aber sind wir es doch selbst, die einfach nur Angst davor haben sich zu blamieren oder etwas falsch zu machen.
Ich wage zu behaupten, dass es kein Richtig oder Falsch gibt.

Tanzen ist individuell und gerade deshalb hat jeder Tänzer seinen eigenen Stil, sowie auch jeder seine eigene Personalität besitzt. Gerade beim Tanzen entwickeln wir ein höheres Selbstbewusstsein und verbessern unsere Kommunikations-& Ausdrucksfähigkeit. Und seien wir mal ehrlich, was hat man beim Ausprobieren schon zu verlieren?

Selbstverwirklichung: Es gibt keine Grenzen. Es gibt keine Regeln. Es gibt kein Falsch, keine Fehler. Es gibt nur dich, deinen Körper, deine Gefühle, deine Musik.

Was Worte nicht sagen können: Wut, Trauer, Freude, Kummer, Angst, Verliebtheit, Mut – Was Worte nicht ausdrücken können, findet beim Tanzen seine Bühne. Ich finde es immer wieder faszinierend, zu sehen, wie Tänzer es schaffen, völlig stumm eine Geschichte zu erzählen und Emotionen zu transportieren. Andersherum stelle ich fest, wie sehr ich meine Gefühle von der Musik oder der Choreografie lenken lasse. Ich vergleiche das Tanzen gern mit einem Schauspiel, bei dem ich in eine Rolle eintauchen und entweder ihre Emotionen erzählen oder meinen freien Lauf lassen kann.